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  • eramatare

Nach der Dürre kommt die Flut

Wir brauchen Gummistiefel? In Engaruka!!!?? Das reiht sich in meine "Das hätt' ich mir nie gedacht"-Liste ein. Tatsächlich müssen wir sowohl einen noch nie wahrgenommenen Bach durchfurten als auch durch an den Stiefeln zerrenden Schlamm stapfen, um unser neu erworbenes Land zu besichtigen. Je nach Lage stehen manche Felder noch unter Wasser, in anderen wächst bereits Mais. Nach Jahren der Trockenheit und Dürre hört es dieses Jahr gar nicht mehr auf zu regnen.


Das Unglück eines Maasai, der einen Kredit nicht zurückzahlen konnte und daher sein Land verkaufen musste, war unser Glück. Es gibt nämlich sehr wenig Ackerland in der unendlichen Weite von Engaruka. Nun haben wir die Möglichkeit, auf ca. 2 Hektar für unsere Schule selbst Nahrungsmittel anzubauen. Was mich besonders freut, ist, dass wir von Char2Cool (https://www.char2cool) Unterstützung bei der Bodenverbesserung und der Optimierung der Bewirtschaftung bekommen. Hoffen wir's Beste!





Die Geschichte des Ackerbaus der über Jahrhunderte nomadisch lebenden Maasai ist sehr kurz und die Methoden sind definitiv verbesserungsfähig. Laut Kaira entstanden in Engaruka erst Ende der 1980er Jahre die ersten Felder, wobei hauptsächlich Mais und Bohnen angebaut werden. Dazu kommt, dass sich einige von Regierungsvertretern (möglicherweise sogar genmanipulierten) Hybridmais aufschwatzen haben lassen. Dieser mag zwar größer wachsen, er braucht aber viele Pesti- und Herbizide und seine Körner sind nicht keimfähig, was schnell in die Abhängigkeit und eine Kostenfalle führt, da die Bauern jedes Jahr neues Saatgut samt Giftcocktails kaufen müssen. Einige sind wieder zu alten, keimfähigen Sorten zurückgekehrt, geblieben ist ein riesiges Problem mit dem Maiszünsler, dem man mit Gift zuleibe rückt.


Beim Kaufen der Gummistiefel kann ich beobachten, wie völlige Analphabeten im Laden Roundup und Co erwerben. Abgesehen davon, dass ich unbedingt für organisch-biologischen Landbau bin, ist offensichtlich, dass diese Menschen hier unfähig sind, die Gifte wenigstens in der richtigen Verdünnung anzuwenden. Einer erklärt mir ganz verwundert, dass zwar alles Gras und sonstige Grün bei Verwendung "weggeht", nicht aber der Mais. Oha! Was all das Gift für die reiche Vogel- und Amphibienwelt, ja den ganzen Nahrungskreislauf bedeutet, daran denken ja auch bei uns die wenigsten.


Packen wir's an!

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