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Moving for Maasai

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Anmerkung: Der Gesamttext beginnt ganz unten und wird abschnittsweise nach oben fortgesetzt. Das Aktuellere steht also oben.


Die Tagesetappen der Tour

Mit der Erfahrung aus der dreitägigen Probetour erstelle ich in stundenlanger Hingabe an die Karte einen Tagesplan (siehe weiter unten) für die Strecke von Gmunden nach Innsbruck.


Es wird spannend!

Es wird einmalig!

Du kannst dabei sein!


Wir laden Dich herzlich ein, uns zu begleiten!


Die genauen Standorte und Startzeiten für den Folgetag werden täglich in meiner WhatsApp-Gruppe bekanntgegeben: Nachricht an mich +43 680 311 4744, oder Beitritt per Link https://chat.whatsapp.com/Feqf9sHyFdw9zleqvgSsus


Die Startzeit ist u.a. temperatur-/wetterabhängig.

 

Falls du uns über mehrere Tage folgst, kümmere Dich bitte selbst um eine legale Übernachtungsmöglichkeit!

 

Unser Begleiter, Esel Pauli, ist sehr gutmütig und echt lieb. Er geht ein gemütliches Tempo (ca. 3 km/h), ideal, um sich miteinander beim Weit-Spazieren zu unterhalten. Er kann aber auch stur sein und sich bilderbuchmäßig widersetzen. Wir agieren im Jetzt, der Moment ist unser Wegweiser. Ob mit Geduld oder über einen Umweg, wir finden eine Lösung und erreichen unser Ziel.

 

Unser Projektinitiator und – partner, Kaira Manangwa Laizer, begleitet uns von Gmunden bis Salzburg. Auch in Innsbruck ist er wieder dabei. Er läuft beim Spendenlauf mit und wir freuen uns, wenn du seine Runden sponserst! Kaira spricht Englisch, du kannst dich bei Interesse also gut mit ihm unterhalten.

 

Wir machen diese Tour, um ERAMATARE zu einem größeren Bekanntheitsgrad und damit höheren Spendenaufkommen zu verhelfen, denn dieses ist für die Fortsetzung unserer Arbeit dringend nötig. Wir freuen uns sehr, wenn Du einen Beitrag (Spende, Mediale Aufmerksamkeit, Charity Aktion, Sponsoring, Einbringung deiner Kompetenzen) leistest und fleißig die Werbetrommel rührst.

 

Wir verzinsen Deine Spende / Deinen Beitrag mit Freude und Sinn!

 

Auf eine erlebnisreiche, fröhlich-gesellige, erfolgreiche Tour freuen sich im Namen der Maasaigemeinschaft in Engaruka / Tansania

 

Sigrid & Kaira

 

P.S.:

Kulinarische Beiträge sind willkommen. Kaira und ich sind eher spartanisch ausgerüstet und unterwegs. Immerhin: so es das Wetter zulässt, kleidet sich Kaira mit seiner Shuka (Maasaitracht), ich mit meinem Dirndl. Zwei Kulturen – eine Vision.



Die Fortsetzung folgt oberhalb

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Esel Pauli und ich unternehmen eine dreitägige Probetour.
Erstmals mit Gepäck und Übernachtung im Freien.
 

Alles in allem haben wir einen sehr schönen ersten Tag. Auch wenn ich kaum Zeit zum Essen habe, so beschäftigt bin ich mit dem Führen. Pauli erweist sich schnell als beneidenswerter Sympathieträger! Dank ihm komme ich leicht mit Passanten ins Gespräch. Radfahrer halten an. Kinder kommen zum Füttern. Begeistert wird fotografiert. Ein paar Spenden werden gegeben.

 

Bei der Hälfte der Tagesetappe zeigt Pauli, dass er alle Bilderbuchqualitäten eines Esels besitzt: alle Viere, Vorderbeine und Hinterbeine, fest eingespreizt, weigert er sich plötzlich, auch nur einen Schritt weiterzugehen. Zurück (=heim) ginge er, aber keinen Zentimeter vorwärts. Da hilft kein Ziehen, Schieben, Drohen, Betteln, Locken. - Bloß nicht Ärgern oder Aufgeben! Ich geh sicher nicht zurück! Und wenn ich hier mitten am Weg übernachten muss. Ich hab‘ drei Tage Zeit! Also: Warten. Grasen lassen. Und Hoffen. – Ein Glück, dass mich Hans-Peter begleitet, den ich kurz zuvor am Weg kennengelernt hab. Zu zweit halte ich diese Situation leichter aus. Wir Jausnen, Reden und nach einiger Zeit bringen wir Pauli tatsächlich wieder vorwärts und wir erreichen die idyllische Landschaft des Gnadenwalder Plateaus.

 

Heute übernachte ich ohne Zelt einfach auf der Bank bei einer Kapelle. So hab‘ ich mein nachts angeleintes Esilein im Blick, ist ja für uns beide eine völlig neue Situation.

Ich schlafe wenig in unserer ersten gemeinsamen Nacht. Und doch ist es eine gute Nacht. Obwohl Pauli grasen könnte, stellt er sich ganz nahe an mein Lager. Bald ruht er, bald stupst er mich an, nimmt meinen Geruch auf, bald legt er seinen Kopf auf mir ab. Manchmal stupst er nachdrücklich, so nach dem Motto "Komm jetzt! Steh auf!". Irgendwie lieb, aber doch etwas viel der nächtlichen Esel-Mensch-Kommunikation. Kurz vor dem Morgengrauen häng ich ihn kürzer an, damit ich noch etwas Schlaf bekomme. Seine morgendlichen Zuneigungsbekundungen entschädigen jedenfalls für jedes einzelne Aufgewecktwerden.

 

Frisch und fröhlich geht’s am zweiten Tag weiter. Aber nicht lang.

 

Heute begreife ich die Bedeutung mancher Redewendungen, denn Pauli lässt sich nach ein paar Kilometern recht bitten, es geht zum Teil sehr, sehr langsam vorwärts, manchmal gar nicht mehr. Zweimal verweigert Pauli komplett (bei einer Holzbrücke und einem Straßengitter). Uff! Alle Wege führen ans Ziel, nehmen wir halt einen Umweg. Heute bin ich die reinste Eseltreiberin, hartnäckig und unsympathisch. Ein unguter Job! Irgendwann schlinge ich den Führstrick um meine Hüften, spanne mich sozusagen vor den Esel, und ziehe und zerre ihn vorwärts. Ich brauche eine Eselsgeduld. Was hab‘ ich da nur angekündigt? Vier Wochen will ich gehen? Von Gmunden bis Innsbruck? Oh du meine Güte, was hab‘ ich mir nur dabei gedacht?

 

Aber: wir meistern drei kleinere Holzbrücken. Und: wir queren einen kleinen Bach! Das ist eine Meisterleistung für Pauli! Applaus! Er hat so große Angst vor Wasser, dass ich einen Kübel besorgen musste, weil er lieber aufs Trinken verzichtet, als sich einem Brunnen zu nähern. Dass er das seichte Bachbett quert, rechne ich ihm hoch an.

 

Den Feierabend bei Freunden haben wir uns hart verdient. Umso mehr genießen wir die Gastfreundschaft von Blanka und Ekki. Pauli fühlt sich im Garten so wohl, dass er sich in der Nacht sogar vertrauensvoll hinlegt.


Tippe beim Video auf Full Screen!


 

Der dritte Tag unserer Probetour macht alle Mühen des Vortages wett. Nach einem gemütlichen Frühstück bei unseren Gastgebern spazieren wir von der Hungerburg durchs Villenviertel Mühlau nach Innsbruck. Esel Pauli wirkt wie ein Menschenmagnet: nicht ich muss ins Gespräch mit jemandem kommen, um über unser Projekt ERAMATARE zu sprechen. Nein, die Menschen gehen auf uns zu. Der Anblick meines Esileins wirkt magisch: er zaubert ein Lächeln in viele Gesichter, Radfahrer halten an, Busfahrer winken freundlich, Passanten wollen ein Foto mit ihm machen. Beim Gasthof Goldenes Dachl werde ich auf einen Cappuccino eingeladen. Ob von Alt oder Jung, Pauli lässt sich geduldig streicheln. Die Spendenbox füllt sich und damit steigt die Zuversicht, dass sich alle Anstrengungen in Verbindung mit der Promotiontour (27.5.-21.6.2024) lohnen werden. Irgendwann mag er dann doch nicht mehr und so marschieren wir heimwärts. Ein bisserl Sightseeing beim Schloss Ambras muss natürlich sein. Und schon sind wir, nach insgesamt 57 Kilometern, wohlbehalten wieder zu Hause.

 

Mit der Erfahrung der letzten Tage mache ich mich an die detaillierte Tourplanung. Bis bald!


Die Fortsetzung folgt oberhalb

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Ich habe eine Idee...

Der Spendenfluss stockt, der Schulbau steht. Mir ist klar: es müssen mehr Leute von ERAMATARE erfahren, ganz nach dem Motto „Tu Gutes und sprich darüber!“. – Doch wie? Es muss zu mir, Sigrid, UND zur Maasaigemeinschaft passen. Und plötzlich erscheint ein klares Bild, das mich selbst zum Schmunzeln bringt: ich sehe mich in Maasaikleidern mit einem Esel durch die Lande ziehen. Das passt! Es passt zu allen! Zu mir, weil ich gern gehe. Zum Hirtenvolk der Maasai sowieso. Die Maasai gehen lange Strecken zu Fuß. Mit ihren Herden, zu den Äckern, zum Wasser, zu den weit entfernten Nachbarn, zum Wochenmarkt. Esel nutzen sie als Arbeitstiere.


Als ich die Idee mit Kaira teile, ist er Feuer und Flamme. Bei dieser Promotiontour zugunsten von ERAMATARE ist er dabei. - Wenn dem so ist, dann ziehe ich mein Dirndlkleid und Kaira seine Maasaitracht an.


„Zwei Kulturen – eine Vision“, das soll die Botschaft sein.


Doch es tun sich Fragen auf: Gehen, von wo nach wo? Wie kommt man zu einem geeigneten Esel? Wie weit kommt man mit einem Esel pro Tag? Sind Esel echt so störrisch, wie ihnen nachgesagt wird? Wer organisiert im Zuge der Tour Benefizveranstaltungen? Wie findet man Medien, die darüber berichten? – Uff, lauter Neuland! Doch ich habe bereits eine Wirklichkeit geschaffen, indem ich voll freudiger Hoffnung vielen Bekannten von dieser Idee erzählt habe. Es gibt kein Zurück!


Und tatsächlich: neue Ideen kommen von verschiedenen Seiten, eine Tür nach der anderen geht auf.


  • Die Route führt, ganz klar, von meiner alten Heimat Gmunden in Oberösterreich in die neue Heimat bei Innsbruck in Tirol.


  • Der Auftakt erfolgt beim Gymnasium Gmunden, wo ich vor 40 Jahren eingeschult wurde. Das Finale findet im Gymnasium Sillgasse (Innsbruck) statt. Beide Schulen veranstalten einen Spendenlauf, der den Schulbau in Engaruka / Tansania vorantreiben wird. Schüler:innen laufen für Schüler:innen, das ist stimmig.


  • Über eine Freundin erfahre ich, dass in der Nachbargemeinde jemand einen Esel hat. Irgendwann fasse ich mir ein Herz, fahr hin, stelle mich bei Laura vor. Diese gibt SOFORT ihre Zusage, ihren geliebten Esel Pauli für diesen guten Zweck herzuleihen. Welch ein Vertrauen in eine Unbekannte! Das Leben ist groß!


  • Radio Tirol gibt eine Zusage für ein Interview, das in der samstagnachmittäglichen Reihe „Bei die Leut‘!“ gesendet wird. Der ORF Salzburg wird einen kurzen Fernsehbeitrag in den Nachrichten bringen. Die Alpenvereinssektion Innsbruck ist bereit, den Blog auf ihrer Website zu verlinken. – Wer weiß, vielleicht folgen noch andere Medien.  

 

Es geht ans Trainieren mit Esel Pauli. Laura baut einen Tragesattel, Material wird getestet. Wasserdichte Taschen, Zelt und Werbebanner werden neu angeschafft. Die Hufe müssen geschnitten werden, doch der Hufschmied versetzt uns, lässt lange auf sich warten. Das Training wird unterbrochen und ich werde nervös, denn die Zeit eilt dahin. Dann ist es endlich soweit: es geht auf dreitägige Probetour! Und die wird echt spannend…

 

Die Fortsetzung folgt oberhalb

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Rückblick

Kaira ist Maasai. Er will zur Hauptschule, der Vater verbietet ihm das. Mit 14 läuft er weg ins 150km entfernte Arusha und kehrt nach 7 Jahren mit Schulabschluss und einer Vision zurück: eine Schule bauen, die Frauen stärken, die Genitalverstümmelung der Mädchen beenden, die Geburtenrate reduzieren.


Die Maasai sind ein Hirtenvolk, extrem traditionsgebunden. Genitalverstümmelung von Mädchen wird als normal und üblich gesehen. Auch von den Frauen. Die Geburtenrate ist sehr hoch, weil der Bildungsgrad sehr niedrig ist. Der Zusammenhang ist wissenschaftlich erwiesen. Die Bildung ist rudimentär, weil der Staat kaum Geld für die Maasai ausgibt. Die Ernährungssituation ist durch lange Trocken- und Dürrephasen oft schwierig. Acker- und Gartenbau stecken bei den halbnomadisch lebenden Maasai in den Kinderschuhen.



Wendepunkt:

2021 trifft Kaira auf mich, Sigrid, wir reisen gemeinsam durch Tansania. Kaira erzählt von seiner Vision, ich identifizierte mich mit dieser. Ich lege mit dem Fundraising los, suche und finde Partner, gründe einen Verein.


Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende (Demokrit)

Der Plan: Eine Schule bauen. Die Landwirtschaft nachhaltig professionalisieren. Die Maasaigemeinschaft wirtschaftlich stärken.


Der Anfang gelingt. Klassen und Lehrerunterkunft werden gebaut, Lehrer angestellt, Freiwillige reisen an. Immer mehr Kinder kommen zur Schule. Diese müssen versorgt werden, denn nur mit vollem Bauch lernt es sich gut. Das kostet in Tansania viel Geld. Familien geben bis zu 50% des Monatseinkommens für Ernährung aus. Das schlägt auch auf die Schule durch.


2023 können 4 ha Land gekauft werden, um künftig für die Schule selbst Nahrung anzubauen und Überschüsse zum Verkauf zu erwirtschaften. Der deutsche Verein Char2Cool meldet sich, um mit der Bodenverbesserung zu helfen.


2022 gründen Kaira und ich das Unternehmen Eramatare-Experience, um Kairas touristische Profession zur Stärkung der Maasaigemeinschaft zu nutzen und ihm selbst ein Einkommen zu sichern. Neben den gängigen Destinationen (Kilimanjaro, Serengeti...) werden „Walking Safaris“ und Aufenthalte bei den Maasai angeboten. 30 % der Gewinne aus dem Unternehmen fließen in das Projekt.


Um die Wasserversorgung kümmern sich ab 2023 die IOG – Ingenieur:innen ohne Grenzen Austria. Sie planen, finanzieren und bauen eine Wasserleitung von der 7km entfernt liegenden Wasserfassung.


Soweit alles bestens. Doch der Spendenfluss stockt, und so auch der Schulbau. Was tun? Ich habe eine Idee...

Die Fortsetzung folgt oberhalb

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